Eine Aktualisierung der Google Unternehmensprofil Richtlinien untersagt Unternehmen, zeitlich begrenzte Werbeaktionen, Preise und direkte Calls-to-Action in ihren Eintrag zu schreiben, also in das Profil, mit dem ein Unternehmen in der Google Suche und auf Google Maps erscheint. Beiträge, die kurzen Neuigkeiten in diesem Profil, dürfen keine E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Links zu sozialen Medien oder Links zu anderen Websites enthalten, “die nicht mit deinem Unternehmen in Verbindung stehen”. Angebote und Neuigkeiten in Beiträgen bleiben erlaubt.

Google hat die Änderung nicht angekündigt und weder ein Datum für die Durchsetzung noch eine Sanktion für die neuen Händlerregeln genannt. Search Engine Roundtable berichtete über die Änderung am 6. Oktober 2026, nachdem Hiroko Imai auf LinkedIn Screenshots von vorher und nachher geteilt hatte.

Was die neuen Google Unternehmensprofil Richtlinien sagen

Die Änderung steht im Abschnitt “Werbung sowie Einwerbung von Inhalten” der Google-Richtlinie zu verbotenen und eingeschränkt zulässigen Inhalten. Der Abschnitt beginnt jetzt mit einer Begründung: Beiträge “sollten echte Erfahrungen widerspiegeln oder die dauerhafte Identität eines Unternehmens repräsentieren”. So bleibe die Plattform “eine zuverlässige Informationsquelle und wird nicht zu einem Marktplatz”.

Danach folgt ein neuer Teil für Händler mit zwei Regeln:

  • Im Eintrag: “Werbeinhalte oder kommerzielle Inhalte, die Folgendes enthalten: zeitlich begrenzte Werbeaktionen, Preise oder direkte Calls-to-Action”.
  • In Beiträgen: “E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Links zu sozialen Medien oder Links zu anderen Websites, die nicht mit deinem Unternehmen in Verbindung stehen”.

Derselbe Teil endet mit einer Erlaubnis für Beiträge: “Angebote und Updates, die als Werbe- oder kommerzielle Inhalte angesehen werden können, sind in Beiträgen ansonsten zulässig.” Google definiert nicht, was ein direkter Call-to-Action ist. Wir verstehen darunter eine Zeile wie “Jetzt anrufen” oder “Heute buchen”, die im Text steht.

Vergleich der Google-Regeln zu Werbung im Unternehmensprofil vor und nach der Änderung im September: Eintrag, Kontaktdaten in Beiträgen und Angebote in Beiträgen
Der Eintrag hat jetzt ein eigenes Verbot für Preise, befristete Angebote und Calls-to-Action. Angebote bleiben in Beiträgen erlaubt.

Wann hat Google die Regeln geändert?

Die Hilfeseite trägt kein Datum. Archivierte Kopien der Maps-Fassung der Richtlinie in der Wayback Machine zeigen am 16. September 2026 noch den alten Wortlaut und am 19. September 2026 den neuen Teil für Händler. Vorher bestand der Abschnitt aus einer kurzen Regel für alle: “Veröffentliche keine Inhalte zu Werbezwecken oder zur Einwerbung von Inhalten.”

In denselben Wochen hat Google seine Inhaltsrichtlinie für Beiträge neu gefasst. Früher stand dort, dass der Text eines Beitrags keine Telefonnummer enthalten darf. Jetzt heißt es, Google “entfernt unter Umständen Beiträge mit nicht bestätigten Kontaktdaten”, und auf der Liste stehen zusätzlich E-Mail-Adressen und Social-Media-Handles. Search Engine Roundtable hat am 25. September über diese Änderung berichtet.

Was Google schon vor der Aktualisierung verboten hat

Ein Teil der neuen Regel wiederholt ältere Vorgaben. Googles Richtlinien für die Unternehmensbeschreibung schließen seit Langem “Werbung für Sonderaktionen, günstige Preise und Angebote” aus. Googles eigene Beispiele in der deutschen Fassung sind “50 % Rabatt auf alles” und “Leckere Sandwiches für nur 2 €” (im englischen Original “Everything on sale, -50%” und “Best bagels in town for $5!”), und dieselben Richtlinien sagen: “Links jeglicher Art sind nicht zulässig.”

Neu sind die Formulierungen “direkte Calls-to-Action” und “zeitlich begrenzte Werbeaktionen” und dass die Regel für den ganzen Eintrag gilt, nicht nur für das Beschreibungsfeld. Bei Beiträgen waren Telefonnummern schon vorher ein Problem. Der neue Text nennt ausdrücklich E-Mail-Adressen, Links zu sozialen Medien und Links zu fremden Websites.

Was Google nicht gesagt hat

Google hat kein Datum genannt, ab dem die Regel durchgesetzt wird, und nicht gesagt, ob alte Beschreibungen und Beiträge geprüft werden. Offen ist auch, welche Felder als “Eintrag” zählen, was ein “direkter Call-to-Action” ist und ob “Preise” auch die Preise in Ihren Bereichen Produkte, Dienstleistungen oder Speisekarte meint. Relevant Audience, das am 8. Oktober über die Änderung berichtet hat, wies auf dieselben Lücken bei Daten, alten Inhalten, Eintragsfeldern und Preisen hin.

Eine Sanktion für die neuen Händlerregeln ist ebenfalls nicht genannt. Googles allgemeine Richtlinie sagt, dass Google bei Verstößen “die notwendigen Maßnahmen” ergreift, “um die Darstellung der Inhalte zu verhindern oder den Zugriff auf das Profil bzw. Händlerkonto einzuschränken”. Bei wiederholten Verstößen kann der Zugriff auf das Profil eingeschränkt werden, und ist das Konto eingeschränkt, “werden alle damit verknüpften Unternehmensprofile gesperrt”.

Gilt die Aktualisierung in Europa?

Ja, soweit die Hilfeseiten das zeigen. Die britisch-englische, die deutsche und die französische Fassung der Richtlinie enthalten dieselben Händlerregeln, und der Abschnitt kennt keine regionalen Ausnahmen. Für Unternehmen im Vereinigten Königreich und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beschreibt Google nur einen Unterschied: wie ein Einspruch abläuft.

Laut Google werden Einsprüche von Unternehmen im Vereinigten Königreich oder im EWR “anders behandelt”. Dort können Sie über das Einspruchstool Einspruch gegen einen abgelehnten Beitrag, ein Foto oder eine Änderung einlegen, und im EWR können Sie sich mit dem Einspruch zusätzlich an eine außergerichtliche Streitbeilegungsstelle wenden. Eine Entscheidung kann bis zu fünf Arbeitstage dauern, und Google bittet darum, nicht mehrere Einsprüche zum selben Problem einzulegen.

Was das für Ihr Unternehmen bedeutet

Aus unserer Sicht brauchen die meisten Profile nur eine kleine Textänderung. Das Risiko steckt in altem Text: eine Rabattzeile in der Beschreibung, die vor Jahren geschrieben wurde, oder eine Telefonnummer, die in einem Beitrag steht. Wir würden jetzt diese Schritte gehen.

  1. Lesen Sie Ihren Eintrag mit fremden Augen. Öffnen Sie die Beschreibung und die anderen Textfelder und suchen Sie nach Preisen, Aktionsdaten, “nur diese Woche”, “jetzt anrufen” und “heute buchen”. Behalten Sie, was die Beschreibung laut Googles Richtlinien abdecken soll: Ihre Dienstleistungen und Produkte, die Philosophie und Geschichte Ihres Unternehmens. Bei einem SEO-Audit beginnen wir genauso: Wir lesen, was schon dasteht, bevor wir etwas ändern.
  2. Verschieben Sie befristete Angebote in einen Angebotsbeitrag. Laut Google sind Angebotsbeiträge erlaubt, und ein Angebotsbeitrag braucht einen Titel, Datumsangaben und eine Uhrzeit. Er bekommt den Button “Angebot ansehen”. Hotels können überhaupt keine Angebotsbeiträge erstellen. In unserem eigenen Profil stehen die Preise auf unserer Website, und die Beschreibung sagt, was wir tun.
  3. Nehmen Sie Kontaktdaten aus dem Beitragstext. Entfernen Sie Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Social-Media-Handles aus Beiträgen. Nutzen Sie den Button “Jetzt anrufen”, der die bestätigte Nummer aus Ihrem Profil verwendet, oder einen Aktionsbutton, der auf eine Seite Ihrer eigenen Website führt. Dieselbe Idee nutzen wir, wenn wir Social-Media-Profile aufbauen: Das Profil funktioniert wie eine Landingpage, und sein Link führt auf eine Seite Ihrer eigenen Website mit Tracking.
  4. Lassen Sie den Rest des Profils in Ruhe. Ändern Sie nur den Text, der gegen die Regel verstößt. Die Aktualisierung erwähnt die Felder für Name, Adresse, Kategorie und Website nicht. Lassen Sie sie also, wie sie sind, solange dort kein Preis, kein Angebot und kein Call-to-Action steht.
  5. Prüfen Sie den Status Ihrer Beiträge. Ein Beitrag mit dem Status “Nicht freigegeben” wird weder in der Google Suche noch auf Google Maps angezeigt, und das Fragezeichen neben dem Status zeigt, gegen welche Richtlinie er verstößt. Legen Sie einmal Einspruch ein und warten Sie die Entscheidung ab; im Vereinigten Königreich und im EWR nutzen Sie das Einspruchstool.
Entscheidungsbaum: wo Werbetext in Ihrem Unternehmensprofil steht und was im Eintrag, in einem Beitrag und in einem Angebotsbeitrag eines Hotels zu tun ist
Prüfen Sie jede Stelle, an der Sie Text schreiben. Das Angebot kann bleiben, Preiszeile und Kontaktdaten ziehen um.

Wenn Ihre Angebote auf Ihrer Website stehen, erreichen sie trotzdem Menschen. Ab dem 12. Oktober kann Google Ads Angebote von Ihrer Website in manche Anzeigen übernehmen. Und wenn Sie Ihr Profil gerade erst einrichten, erklärt unser Ratgeber, warum eine Website nicht bei Google erscheint, wie sich Profil und Website gegenseitig stützen.

Häufige Fragen

Hat Google die Änderung am Unternehmensprofil angekündigt?
Nein. Google hat die Hilfeseite ohne Ankündigung und ohne Datum für die Durchsetzung geändert. Archivierte Kopien der Maps-Inhaltsrichtlinie zeigen, dass der neue Wortlaut zwischen dem 16. und 19. September 2026 erschienen ist, und Search Engine Roundtable hat am 6. Oktober 2026 darüber berichtet.
Darf ich im Google Unternehmensprofil weiter Angebote posten?
Ja. Laut Googles Richtlinie sind Angebote und Updates, die als Werbung angesehen werden können, in Beiträgen ansonsten zulässig. Ausnahme sind Hotels: Laut Googles Richtlinie für Beiträge dürfen sie keine Angebotsbeiträge und keine Beiträge über Angebote und Rabatte erstellen.
Darf meine Telefonnummer in einem Beitrag im Google Unternehmensprofil stehen?
Google kann einen Beitrag entfernen, wenn nicht bestätigt werden kann, dass die Telefonnummer mit dem Unternehmen in Verbindung steht. Die Richtlinie für Beiträge gilt auch für nicht bestätigte E-Mail-Adressen und Social-Media-Handles. Google empfiehlt stattdessen den Button Jetzt anrufen, der die bestätigte Telefonnummer aus Ihrem Profil verwendet.
Was passiert, wenn mein Eintrag gegen die neue Regel verstößt?
Google hat für die neuen Händlerregeln keine Sanktion genannt. Die allgemeine Richtlinie sagt, dass Google die Darstellung der Inhalte verhindern oder den Zugriff auf das Profil einschränken kann. Wiederholte Verstöße können den Zugriff auf das Profil einschränken, und ist das ganze Konto eingeschränkt, werden alle Profile darin gesperrt.

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